SteingartenwegWarum wirkt dieses Bild so harmonisch?
Warum wirkt dieses Bild so harmonisch?

Kleinere alpine Anlagen unter 10 Quadratmeter Größe sollten nicht durch Wege zerteilt werden. Um sie besser pflegen zu können, platziert man einige Steine so, dass man sie als Trittplatten benutzen kann. In etwas größeren Steingärten kannst du einen Pfad aus Trittplatten in Verbindung mit Stufen anlegen und wirst damit den Stil und das Flair eines Flecken fast unberührter Natur nicht stören. 
Im Anschluss gehe ich darauf ein, dass Treppen und Hohlwege am besten zu solchen Anlagen passen und diese für die Betrachtung erschließen.

Es muss natürlich vorher erwähnt werden, dass diese Anlagen, wie der Name "Alpinum" auch sagt, gebirgige Standorte kopieren. Auf flachem Gelände muss also das Profil durch Schachten und Aufschütten verändert werden. Dabei ist es sinnvoll, statt nur Hügel aufzuschütten, Senken zu schaffen, wie ich bereits an anderen Stellen ausführlicher schrieb. Hohlwege bieten sich dafür gut an. Mit dem Aushub hat man zugleich die Möglichkeit, das gewünschte Bodenprofil zu schaffen.

Hohlweg im Steingarten

Hohlwege

Wie gesagt, ist der Hohlweg die schönste Form, einen Steingarten für den Betrachter zu erschließen. Dieser abgesenkte Pfad sollte möglichst an einem Ruheplatz enden. Das gilt übrigens für alle Park- oder Gartengestaltungen. Bei ziellosen Wegesystemen hat man am Ende, ohne den wirklichen Grund zu erfassen, immer das Gefühl ein unfertiges Projekt vor sich zu haben.

Diese abgesenkten Pfade steigern die Raumwirkung der Gartenanlage enorm und sie wirken gemütlich und schützend. Nicht zu unterschätzen ist die Möglichkeit, durch die so entstandenen "Hochbeete" kleinere Pflanzenschönheiten bequem aus der Nähe betrachten zu können. Auch die Wirkung von Duftpflanzen kann sich erhöhen, wenn sie entlang dieser Senkpfade gepflanzt und somit der Nase nähergebracht werden.

Das Sahnehäubchen einer Steingartengestaltung ist hier im Bild zu sehen, wo der Hohlweg mit einem schmalen Rinnsal kombiniert wurde. Das Flüsschen, von einem Wasserfall (Wasser aber sehr sparsam einsetzen) kommend, geht dann noch etwas in die Breite und der Pfad in einen Trittsteinweg im flachen Wasser über.

Abgesenkter Pfad mit Rinnsal.
Abgesenkter Pfad mit Rinnsal.
Trittsteinpfad durch eine Wasserfläche.
Trittsteinpfad durch eine Wass...
Wasserfall.
Wasserfall.

In größeren Anlagen sollte das gesamte Wegesystem nie auf einem Blick einsehbar sein.
Bild unten: Wir gehen durch den Steingarten Karl Foersters in Potsdam-Bornim. Diese Anlage hat ein Hauptwegesystem. Die nötigen kleineren Nebenwege sind jedoch kaum sichtbar angelegt, denn sie würden die Anlage optisch zerteilen. Siehe auch Video unten.

Hohlweg im Karl Foerster Garten

Treppen

Stufen, Absätze und Treppen gehören im Alpinum zum Grundgerüst der Anlage und müssen dem Geländeprofil angepasst sein. Wenn bei so einer Naturanlage auch die Höhen der Stufen nicht unbedingt den sonst geforderten Normen entsprechen müssen, sei jedoch darauf hingewiesen, dass es ein sogenanntes Schrittmaß für Treppen gibt.

Um Wege und Treppen in einem Alpinum anzulegen, verwendet man metamorphe, schieferartige Gesteine. Besonders geeignet sind Phyllite, Glimmerschiefer oder Gneis. Auf jeden Fall ist Naturstein dem Kunststein vorzuziehen. 

Video-Notizen. Wege in einer größeren Steingartenanlage

Der romantische Hohlweg führt zu einem Ziel. Es ist ein schattiger Sitzplatz an einer Quelle.

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