Sedum hybridum, Immergrünchen
Stets mit frischen immergrünen Blättern ausgestattet!

Es gibt etliche Sedumarten, welche sich gut als polsterbildende Bodendecker eignen, doch jede dieser Arten hat neben ihren Vorteilen auch Nachteile. Manche werden durch ihren verblühten Flor rasch unansehnlich und sind deshalb recht pflegeaufwändig. Andere sehen im Sommer schön aus, sind aber im Winter fast ohne Blätter. Bei dem vorliegende Sedum hybridum sind diese nachteiligen Eigenschaften kaum zu finden und so mag es den Gärtnern vielleicht als eine Verbindung (Keuzung/Hybride) positiver Eigenschaften vorgekommen sein und daher vielleicht auch der Name S. hybridum*. Die Pflanzenart ist aus botanischer Sicht aber kein Kreuzungsprodukt der Pflanzenzüchter, sondern eine eigenständig Art mit dem Namen "Sibirische Fetthenne". Weitere Deutsche Namen neben dem bekannten Immergrünchen ist Immergrünes Mongolensedum.

Das Immergrünchen ist eines der gut fünfhundert Sedumarten, die zumeist auf der nördlichen Erdkugel vorkommen. Sedum hybridum ist also eine Art der Pflanzengattung Sedum. Die Gattung fügt sich in die Unter-Unterfamilie (Tribus) der Sedeae und diese in die Unterfamilie der Sempervivoideae. Diese Unterfamilie ist Teil der Familie der Dickblattgewächse (Crassulaceae) und die Dickblattgewächse gehören in die Ordnung der Steinbrechartigen (Saxifragales). Eine synonyme botanische Bezeichnung ist Phedimus hybridus und tatsächlich ähnelt das Immergrünchen mehr dieser sogenannten Asienfetthenne, also der Gattung Phedimus. Auf jeden Fall stammt Sedum hybridum aus Sibirien, der Mongolei und Zentralasien und hat sich teilweise auch schon in Nordeuropa eingebürgert. In unseren Gärten ist die Fetthenne spätestens seit 1769 in Kultur. Trotz der vielen positiven Eigenschaften hat es sich aber nie so durchgesetzt, wie man vermutet hätte.

Standort

Sedum hybridum braucht keinen Standort in voller Sonne, wie es viele Sedumarten wünschen, sondern es verträgt auch tieferen Halbschatten. Das macht es für viele Einastgebiete brauchbar und besonders für die dauergrüne Bepflanzungen von Gräbern.

Sedum hybidum und Traubenhyazinthen

Der Boden braucht nicht besonders nährstoffreich und feucht zu sein. Zwar sollte man bei lang anhaltender Trockenheit die Pflanzenteppiche dieser Fetthenne auch einmal wässern, doch prinzipiell vertragen diese Dickblattgewächse auch längere Perioden der Trockenheit. Übrigens gedeihen viele der Zwiebelpflanzen (Frühblüher) bestens in der grünen Bodendecke und sie vertragen auch im Sommer lange Phasen ohne Wasser. Im Foto wurden blau blühende Traubenhyazinthen gepflanzt.

Weitere Eigenschaften und Pflege

Wie bereits bemerkt, ist das Immergrünchen auch noch im Winter ansehnlich, wenn sehr ähnliche Arten, wie Sedum spurium (Kaukasusfetthenne) ihr Laub einziehen und fast völlig blattlos überwintern. Trotzdem hat sich die immergrüne und sehr frostharte Staude (stammt ja aus Sibirien) etwa auf den Friedhöfen kaum durchgesetzt. Dort werden die Grabhügel oft mit Fetthenne begrünt, doch zu 99% ist das Sedum spurium mit den besagten Eigenschaften. Einzig die Blüte und er verblühte Flor ist bei der Kaukasusfetthenne weniger ausgeprägt und deshalb sind diese Varianten recht pflegeleicht. Beim Immergrünchen haben wir zunächst einen kräftigen gelben Flor, der abgeblüht manchen stören mag, doch die Blütenbildung nimmt von Jahr zu Jahr ab. Wem es stört, der muss halt die Reste der Blüten abscheiden, was auch schon alle Pflegearbeiten der Staude ausmacht. Sonst benötigt sie keine Pflege. Die Pflanzen werden bis 20 cm hoch, doch wachsen sie niederliegend-aufstrebend, also recht flach und bildet dicht bleibende Teppiche, was nicht alle Polsterstauden vermögen. Die lanzettlichen Blätter mit abgerundeter Spitze sitzen wechselständig an den Trieben und sind von frischgrüner Farbe. Die gelben Blüten erscheinen in breiten Dolden von Juni bis August.

Vermehren oder Kaufen

Die Vermehrung der Staude erfolgt durch aufnehmen der Pflanzen, deren Teilung und dem wieder einpflanzen. Das geschieht mit den besten Erfolgen im Frühling oder Ende August bis Mitte September. Das Vermehren und bepflanzen durch Stecklinge, wie es bei Grabhügeln früher bewerkstelligt wurde, ist hier beschrieben: Bodendecker für Gräber.

Man kann die Stauden natürlich auch in einer Staudengärtnerei kaufen oder bestellen. Für den Online-Kauf und -Versand sind die Stauden gut geeignet, da sie sehr robust sind und den Transport gut überstehen. Um Pflanzen zu sparen ist es möglich, weniger als benötigt zu kaufen und die Jungpflanzen dann zu teilen oder davon dann Stecklingsmaterial zu entnehmen und zu stecken. Beim Kauf im Gartenmarkt ist genau auf die Etikettierung zu achten und wenn die Pflanzen nicht sofort erhältlich sind, solle nicht auf "Ausweichsorten" zurückgegriffen werden.


Notizen und Literatur:

*Auch Karl Foerster schreibt von einem "Verlegenheitsnamen", was dem "großen Linné" eigentlich sonst nie passierte.

Foerster, K.: Der Steingarten der sieben Jahreszeiten, Leipzig, Radebeul 1981