Chinakohl
Junger Chinakohl.

Chinakohl (Brassica rapa convar. pekinensis) ist schon ein besonderes Kohlgemüse. Bezogen auf seine recht kurze Kulturzeit von nur 10 Wochen bringt er einen hohen Ertrag,  etwa 4-5 kg pro m²! Vor allem im Bezug auf Selbstversorgung ist dieses Gemüse sehr interessant.

Es gibt Sorten des Chinakohls, welche schon im Mai gepflanzt werden können. Doch konzentrieren wir uns im Kleingarten besser auf den klassischen Herbstanbau dieser Kohlart und damit auf die zweite Ernte, die wir von einem einzelnen Gartenbeet nach der Frühkartoffel- oder Früherbsenernte oder nach dem zeitigen Abräumen eines Erdbeerbeetes erwarten können.

Bodenansprüche

Der Boden wird mit Kompost oder Stallmist gut vorbereitet. Er sollte auch gut mit Kalk versorgt sein. Der Chinakohl braucht festen Gartenboden. Damit sich die Erde beim Verziehen nicht lockert, wässert man vorher das Beet gut durch.

Aussaat - wichtig ist der Zeitpunkt

Die Aussaat erfolgt am besten an Ort und Stelle von Mitte Juli (frühestens Anfang Juli) bis Anfang August, 1-2 cm tief, Reihen in 45 cm Entfernung, die jungen Pflanzen auf 30-40 cm Abstand verziehen. Es ist sinnvoll, bei der Aussaat aller 30 cm 3 Körner zu legen und dann diese „Horste“ zu verziehen. Ähnlich verfährt man im Selbstversorgergarten mit Pastinaken oder Rüben. Der in durchgehender Reihensaat ausgesäte Chinakohl wird recht schnell verzogen (ausgedünnt), damit sich die Pflanzen nicht gegenseitig hochschieben. Der beste Zeitpunkt dafür ist, wenn sich nach den Keimblättern das erste normale Blatt bildet.

Düngung

Eine Woche nach dem Aufgehen der Saat sollte ein Volldünger gestreut werden. Weitere Düngergaben können nach 3 Wochen am besten in flüssiger Form folgen.

Ernte, Lagerung und Verwendung

Die Ernte beginnt im Oktober und geht bis November. Zwar verträgt der Chinakohl bis zu -8 °C, doch darf er nur bei frostfreiem Wetter geerntet werden. Deshalb belässt man für den Monat Dezember nur einen kleinen Teil auf dem Beet. Der Rest wird mit Wurzeln ausgegraben und im Keller in Sand eingeschlagen. Für Gemüsemieten im Freien ist der Chinakohl nicht geeignet. Chinakohl ist bis in den Januar hinein ohne Probleme lagerbar. Der Kohl kann in der Küche roh als Salat verarbeitet oder gekocht werden.

Mischkultur

Chinakohl in MischkulturAndere Kohlarten, Kartoffeln, Lauch und Rettiche (Radieschen) sind keine guten Nachbarn in der Mischkultur. Es eignen sich Buschbohnen, Erbsen, Salat, Spinat und Karotten für ein förderliches Nebeneinander. Doch ist in der Praxis eine Mischkultur in diesem Spätanbau nicht effektiv. Höchstens die Kombination mit Spinat, der ab August gesät werden kann, scheint mir sinnvoll.

Wer im Kleingarten Chinakohl oder auch die vielen anderen bodenzehrenden Kohlarten anbauen möchte, der muss schon ein recht ausgeklügeltes System der Fruchtfolge haben, da man Kohlbeete 2 bis 3 Jahre ruhen lassen muss, bevor sie wieder mit Kohl bestellt werden können. Baut man allerdings nur wenig Chinakohl an (mir genügen ca. 5-10 Pflanzen), dann ist ein Fruchtfolgeplan unnötig.