Wurzelgemüse und Zwiebelgemüse

Yacon Knollen

Es gibt ein Vielzahl von seltenen oder exotischen Gemüsearten, von denen Eine immer mal wieder in Mode kommt. Man preist das außergewöhnliche Gemüse an, welches meistens auch noch super gesund und ein sogenanntes Superfood ist und dann ist die Begeisterung aber ebenso schnell wieder verpufft, wie sie gekommen ist. Zählt dieses Knollengewächs, aus Amerika stammend, nun auch in diese Kategorie? Nein, ganz im Gegenteil: Es wird Zeit, dass dieses Gemüse wie jede andere bekannte Art auch im Kleingarten angebaut wird.

Herbstrüben

Die sogenannten Speiserüben (Brassica rapa var. rapa) teilt man in Mai- und Herbstrübchen (auch Stoppelrüben oder Bodenkohlrabi genannt). Die eine Form wird im zeitigen Frühjahr gesät und die hier behandelte Variante vorzugsweise als Nachtkultur im Juli/August. Die dritte Form, ebenfalls im Kleingarten verwendet, ist die Steckrübe (Brassica napus var. napobrassica), welche um den 1. Juni gesät und um den Johannistag (24.6.) herum verpflanzt wird. Bei den vorher genannten Formen wird nicht verpflanzt, sondern an Ort und Stelle gesät. Diese einfache Anbaumethode mittels Direktsaat ist die vom Autor für den Selbstversorger empfohlene. In der Regel gelingt der späte Anbau sehr gut. Auch eine Mischkultur mit anderen Sorten ist möglich und gar nicht so schwer. Sie wird unten beschrieben.

Schwarzer Rettich Raphanas sativus var. niger

Der schwarze Winterrettich (Raphanas sativus var. Niger) ist ein wirklich interessantes Gemüse, welches sich hervorragend für den Herbstanbau eignet. Abgesehen von der Möglichkeit, daraus selber Hustensaft herzustellen, sind leider relativ wenige Zubereitungsarten bekannt obwohl er viel Vitamin C, B1, B2, Eisen und Calcium enthält. Roh lässt er sich zu Salat verarbeiten, gekocht erinnert sein Geschmack an den der Rübe. Für Kaninchenfutter ist er in allen Teilen verwendbar.

Zwiebelbeet

Wenn man sich auf die Statistiken des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz [1] bezieht, liegt bei Zwiebeln der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland bei ca. sieben Kilogramm. Um nun eine ausreichende Menge für den Eigenbedarf zu kalkulieren, gilt es zu allererst zu ermitteln, wie oft in unserem Haushalt gekocht wird, und wie viele Mahlzeiten außer Haus eingenommen werden. Wer jeden Tag selber kocht, benötigt natürlich mehr Speisezwiebeln, als ein Haushalt, in dem nur am Wochenende Speisen zubereitet werden. In unserem Beispiel gehen wir von einem Haushalt aus, indem oft gekocht wird. Um gleich eine fixe Größe zu nennen, meine praxisbezogenen Schätzungen liegen ziemlich nahe an den statistisch ermittelten sieben Kilogramm. Werden beim Kochen besonders viele Gemüsezwiebeln verwendet, so kann der Bedarf pro Person durchaus auch auf bis zu zehn Kilogramm steigen. In Haushalten, wo selten gekocht wird, kann der Bedarf durchaus auch nur halb so hoch sein. Mit diesen groben Kennzahlen können wir nun recht gut kalkulieren. [2]

Topinambur Knollen

Wenn du dieses Gemüse der brasilianischen Indianer (Tupinambá) für ein Kochrezept benötigst, oder wenn du Futter für die Kleintierhaltung brauchst, dann findest du garantiert auch einen Platz im Garten, an dem du diese Sonnenblumenart (Helianthus tuberosus) anbauen kannst. Der Anbau ist sehr einfach, denn die Pflanze ist sehr anspruchslos. Wer allerdings die Knollen leicht und häufig ernten möchte, der sollte den Boden doch etwas vorbereiten und auflockern. Weitere Namen für das Gewächs sind: Erdbirne, Erdsonnenblume, Erdschocke und Zuckerkartoffel.