Grünkohl und davor eine Reihe Spinat
Grünkohl und davor eine Reihe Spinat (Oktober)

Da ich in meinem Garten, vor allem beim Gemüseanbau, immer sehr viele Abfälle auf den Kompost werfen musste, habe ich mir kurzerhand ein paar Kaninchen angeschafft, um die Blätter und anderen Pflanzenreste sinnvoll zu nutzen. Dafür liefern mir diese einfach zu haltenden Kleintiere recht ordentliche Mengen von Mist, der wiederum meinen Gemüsekulturen zugute kommt. Nun habe ich einige Erfahrungen sammeln können, was von den Kaninchen gern gefressen wird und was nicht.

Ich habe unten eine Liste zusammengestellt, bei der die beliebtesten Grünfutterpflanzen oben stehen. Sie sind alle recht einfach selber anzubauen und für den Selbstversorgergarten wichtige Vitaminlieferanten. Und das nicht nur für die Kaninchen!
Auf den Kohl möchte ich zunächst etwas näher eingehen.

Grünkohl (und ähnliche) und Markstammkohl

Am bekanntesten ist sicher der Anbau von Grünkohl, der nach dem Abräumen der Frühkartoffeln (siehe nächst Überschrift) gepflanzt wird. Wenn im Juli die Kartoffeln geerntet werden, braucht man Jungpflanzen, die um den 1. Juni ins Freiland auf ein Saatbeet gesät werden müssen. Von dieser Saat hat man dann bis in den September hinein Setzpflanzen für den Herbstanbau. Zusätzlich lohnt es aber auch, auf die gleiche Weise Brokkoli und Romanesco anzubauen. Beide geben im Herbst vorzügliche, blumenkohlartige Gemüse. Der Spargelkohl (Sprouting Broccoli), der ebenso verwendet werden kann, bildet seine brokkoliartigen Blütenaustriebe im Frühjahr (April) aus. Bei all diesen hochwachsenden Kohlarten  können schon ab dem Spätsommer jeweils die unteren Blätter als Kaninchenfutter abgeschnitten werden. Dies ist sogar vorteilhaft, weil nicht selten dieser hochstänglige Kohl mit übermäßiger Belaubung bei starkem Wind und Regen umkippt.

Wer Stellen auf seinen Beeten frei oder eine ungenutzte Gartenecke hat, der kann auch eine robuste Grünkohlsorte ('Lerchenzunge') als mehrjährige Staude wachsen lassen und sie bei Bedarf beernten bzw. im Sommer auch mal 2/3 einkürzen.
Die bisher genannten Kohlarten sind sowohl als Gemüse als auch als Futterpflanze zu verwenden. Wer Kohl lediglich als Kaninchen- oder Kleintierfutter anbauen will, der säe und pflanze den sogenannten Markstammkohl und auch diesen auf das vorher bewirtschaftete und nun abgeerntete Frühkartoffelbeet. Zudem kann man ab Mitte August bis Anfang September unter die Kohlpflanzungen Spinat säen sowohl zur Ernte für den eigenen Verzehr als auch für Futterpflanzen im Herbst und Frühjahr.

Topinambur. Hier als Kompost-Sichtschutz gepflanzt.
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Frühkartoffeln machen wenig Arbeit und lassen sich auch lange lagern.
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Nicht nur Maiskolben sind gutes Futter, sondern auch die Blätter des Riesengrases.
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Frühkartoffeln als Futterkartoffeln anbauen

Man kann frühe Kartoffelsorten so anbauen, dass sie bereits zwischen Mitte Juni und Mitte Juli erntereif sind. Ich bestelle prinzipiell erst einmal 2/3 meiner Beetflächen mit Frühkartoffeln und baue dann erst die meisten der anderen Gartengemüse an, was durchaus gut funktioniert. Nach der Ernte der Kartoffeln behalte ich die Unversehrten für die Küche, lese kleine und beschädigte Früchte als Futter aus und hebe die Kastaniengroßen als Saat für das nächste Jahr auf.
Futterkartoffeln kann man auch gut draußen (in einer Erdgrube mit Laubabdeckung) überwintern.

Futterliste nach Beliebtheit

  • Grünkohlblätter - und ähnliche oder Markstammkohl
  • Kartoffeln - Schalen roh oder getrocknet (vom Sommer) oder gekochte Kartoffeln im Winter
  • Topinambur  - Blätter, junge Triebe. Was über 1 m hoch wird, kürzt man ein und verfüttert es. Selbst ältere Laubblätter (Oktober) werden gefressen, wenn auch nicht sofort mit Begeisterung. Für die Staude findet sich immer eine Ecke im Garten.
  • Topinambur - Knollen
  • Maisblätter - der Grillmais 'Golden Bantam' gibt nebenher reichlich Blattwerk
  • Maiskolben
  • Rübenblätter  - Futterrüben; Mairüben sind für Selbstversorgergärten im Früh- und Spätanbau empfohlen
  • Himbeerlaub - auch junge Triebe;  Brombeerblätter gehen auch, sind aber weniger beliebt
  • Pastinaken - super Wurzelgemüse für die Winterküche; frostfeste "Möhren" als super Kaninchenfutter
  • beblätterteTriebe vom Apfelbaum, Birne, Aprikose (meist ab Oktober ein super Kaninchenfutter, wenn sonst das Grünzeug knapp ist)
  • geschossener Salat.
  • Schwarzer Rettich - kann noch im Juli gesät werden!
  • Spinat - im Oktober täglich kleine Mengen
  • Sellerielaub - Stangensellerie (aus dem Herbstanbau und überwintert im zeitigen Frühling) in kleinen Mengen
  • Zichorien, Fleischkraut (Herbstsalat) - Ich esse ihn gern, doch die Hasen nur, wenn es nichts anderes gibt.