Hochbeet
Sehr gut gedeihen hier die verschiedenen Kohlarten

Die Voraussetzung für diesen Beitrag ist ein fertiges Hochbeet. Die Bauanleitung findest du auch hier auf meinen Seiten. Ich schlage verschiedene Möglichkeiten der Bepflanzung vor, wobei bevorzugte Gemüse unterstrichen sind. So kann man beispielsweise Mitte Mai Buschtomaten oder kompakte Balkontomaten (2 bis 3 Stück) pflanzen, dazu eine Paprikastaude sowie je einen Staudensellerie (Stangensellerie), Grünkohl, Riesenkohlrabi,  Zucchini und Pattison (Ufo-Früchte). Die beiden letzten Pflanzen kommen bevorzugt an den Rand des Beetes. Winterheckzwiebeln, Schnittlauch und Schnittknoblauch liefern frischen Lauch. Damit ist solch ein Beet von durchschnittlicher Größe aber auch schon voll.

Anfangs können noch einige Leerstellen auf dem Hochbeet zu sehen sein, die jedoch bald von den Pflanzen überwuchert werden. Man kann diese Lücken jedoch mit vorgezogenem Kopfsalat füllen bzw. Radieschen oder Mairettiche säen, die noch vor der großen Entfaltung der anderen Gemüse erntereif werden (Zwischenkultur).

Hochbeet mit Zucchini

Ist wirklich noch Platz vorhanden, sollte dieser für Küchenkräuter genutzt werden. Die Liste entsprechender Kräuter für Hochbeete findest du hier. Übrigens finde ich den Anbau von Küchenkräutern auf Hochbeeten effektiver und zweckmäßiger, als auf den sogenannten Kräuterspiralen oder -schnecken, welche um vieles schwerer zu pflegen sind und oft nach wenigen Jahren ihren ersten Glanz verlieren.

Empfehlenswerter Anbauplan mit drei Hochbeeten

Es ist relativ schwierig, ein Hochbeet wie eine gewöhnliche ebenerdige Gartenfläche zu betrachten. Bei diesen ist es unabdingbar, dass man jedes Jahr die Gemüse auf den einzelnen Beeten wechselt (Fruchtfolge), weil es den Kulturen nicht zuträglich ist, wenn jedes Jahr die gleichen Gemüsearten am gleichen Platz angebaut werden. Die Ausnahme sind dabei die Tomaten. Sie vertragen als einzige Gemüseart den Nacheinanderanbau. Im Falle von Hochbeeten kann man sich allerdings so behelfen, dass man jährlich einen Teil der Erde austauscht. Oder aber man legt gleich mehrere dieser rückenfreundlichen Anlagen an und bestellt sie jährlich mit anderen Gemüsen. Zusätzlich kann alle zwei oder drei Jahre darin die Erde aufbessern bzw. austauschen. Bei dieser Art der Kultur brauchtest du gar nicht auf etwaige Fruchtfolgewechsel zu achten.
Da es wegen der kräftigen Ausbreitung bestimmter Gewächse wie Zucchini und Pattison bzw. Buschtomaten ratsam ist, diese jeweils einzeln auf einem einzigen Beet zu kultivieren, ist mein Vorschlag der, möglichst drei Hochbeete gleichzeitig zu bestellen. Hier dazu meine Anbautipps:

  • Beet Nr. 1 - Buschtomaten. Als Vorkultur kann Wintersalat gepflanzt werden (bzw. Herbstpflanzung) und als Zwischenkultur (mit den Tomaten im Mai) kannst du Kohlrabi (Frühsorten) setzen. Küchenkräuter als Mischkultur wählen.
  • Beet Nr. 2 - Zucchini und Pattison (Maipflanzung). Als Zwischenkultur Radieschen und/oder Mairettiche (Aprilsaat) aussäen.
  • Beet Nr. 3 - Kohl und Buschbohnen in Mischkultur. Kohlsorten, welche rasch in die Höhe wachsen, sind Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Romanesco, Markstammkohl. Grünkohl ist winterhart und treibt im April kleine "Brokkoliblüten" und junge Blätter.

Weitere Anbaukombinationen

Beet Nr. 4 -  Frühkartoffeln. Die Saatkartoffen werden nach Weihnachten bereits vorgetrieben und im März gepflanzt (Vlies als Frostschutz). Im Juni werden sie geerntet. Dann kann das Hochbeet ein zweites Mal bestellt werden. Vorgezogener Broccoli oder Romanesco wird gepflanzt oder Mai- bzw. Herbstrüben gesät. Auch die Saat von Herbstrettich ist möglich. Bei diesem ist aber zu beachten, dass er viel Laub ausbildet. Über diejenigen Gemüse, welche im Sommer für diese Herbstkultur gepflanzt werden können, gibt auch mein Gartentagebuch und -kalender Aufschluss. Er trägt den Titel "Gartenkalender - Herbstanbau: Immerwährender, erprobter Saat- und Pflanzkalender (Herbstanbau von Gemüse)" und ist als preiswertes Taschenbuch bei amazon erhältlich.

Beet Nr. 5 - Möhren und Zwiebeln. Beide Kulturen mögen keine frische Komposterde, also ist ihr Anbau erst im 2. oder besser noch im 3. Jahr empfehlenswert, wenn kein Erdaustausch stattgefunden hat. Möhren werden im März gesät und die Zwiebeln gleichzeitig gesteckt. Mit Kulturnetzen schützt man sie, nachdem das Grün etwa 10 cm hoch gewachsen ist, gegen Schädlinge, das sind die Möhren- und die Zwiebelfliege. Als dritte Gemüsekultur, welche hier recht gut dazu passt, empfehle ich Rote Beete, welche im April gesät wird. Wer will, der mag die Kultur von Schwarzwurzeln probieren; sie werden auch sehr zeitig gesät, wenn möglich schon im Februar.

Hochbeet aus Metall

P.S. Das Hochbeet aus Gitterrosten (Abstreicherroste) habe ich auf der Landesgartenschau in Bayreuth (2016) in einem interessanten Mustergärtchen entdeckt. Unten findest du meine Video-Notizen dazu:

Bildquelle, erstes Foto ganz oben: © congerdesign - Pixabay.com