WPC Terrassendielen ohne FugenEs kommt auf das Material und die Belüftung an.
Es kommt auf das Material und die Belüftung an.

Was mich bei Holzterrassen am meisten stört, das sind die Fugen in der Fläche, wo schnell einmal Schlüssel oder Münzen im Nichts verschwinden. Diese Ritzen sind jedoch für die ordentliche Belüftung der Konstruktion unabdingbar. Mittlerweile gibt es aber auch verschiedene Systeme von WPC-Terrassendielen, wo die Rillen geschlossen werden können, natürlich bei ausreichender Ventilation, die je nach Standort oder eventueller Überdachung sehr unterschiedlich sein kann.

Zum Bild oben: Hier schließt man die Rillen im WPC-Holzdeck zum Beispiel mit Nut-Gummi. Die Dielen besitzen beidseitig eine Nut, in welche dann der Gummi eingefügt wird. Das Foto stammt bereits von einer älteren Landesgartenschau (Aschersleben in Sachsen). Der Aussteller und Produktbezeichnung war: megawood® / Nutleiste.

Terrassendielen ohne Fugen mit Bambusrohr in den RillenDas ist die Alternative Nr. 2 - siehe unten

Terrassendielen mit Nut und Feder

Eine andere Möglichkeit der "geschlossenen Verlegung" von WPC-Holzdecks ist die Verwendung von Dielen mit Nut und Feder. Bei dieser geschlossenen Verlegung muss jedoch wie schon erwähnt eine gute Belüftung der Unterseite und der Unterkonstruktion gewährleistet sein. Außerdem sollten die Dielen mit einem leichten Gefälle (1 %) angeschraubt werden und zwar so, dass das Wasser in Längsrichtung der Bretter ablaufen kann.

Bei beiden Konstruktionen geht natürlich ein Hauptzweck der Holzdecks verloren. Das ist die Fähigkeit, das Regenwasser flächig versickern kann.

Alternative Nr. 1 - schmale Fugen

Nach meinen bisherigen Recherchen kann man im Freien nur WPC (die Bambusdielungen gehören dazu) fugenlos als Terrassenbelag verlegen. Bei der Verwendung von Naturhölzern könnte bei günstiger Lage und genügender Neigung der Fläche zur Entwässerung eine Fugenbreite von ca. 4-7 mm die Konstruktion genügend belüften. Bei zusätzlicher Verwendung von haltbaren Materialien, wie beispielsweise das Thermoholz, könnten sehr schmale Fugen eine Lösung bieten. Hat man dazu noch die Möglichkeit die Seitenflächen der Bretter etwas konisch mit dem Hobel abzusetzen (konische Seiten nach unten nehmen), dann entstehen in der Fuge nur an der Oberseite schmale Stöße. Über diese Variante sollen die Bastler und geschickten Heimwerker nachdenken.

Alternative Nr. 2 - Idee von einer Gartenausstellung

Oben habe ich sie schon im zweiten Beitragsbild gezeigt. Auf einer Gartenschau in Süden Deutschlands entdeckte ich diese geniale Alternative: Das ist die 
Kombination von Dielen mit breiten Fugen, welche mit Bambusstäben besetzt wurden. Ich denke, dass man etwa mit der Verwendung von Thermoholz und mit dem Bambus zwischen den Dielen noch genügend Luftzirkulation in der Konstruktion hat. Wer erfinderisch ist, der kann den Bambus natürlich auch durch andere Materialien ersetzten, wie dünnes Edelstahlrohr, doch braucht es dann irgendwelcher Abstandshalter, welche das Bambusrohr hingegen von Natur aus besitzt und damit auch ausreichend Belüftungsschlitze liefert.

Holzterrasse ohne Spalten und RillenKleines Gartenrefugium im japanischen Stil. (Veranda für die jap. Teezeremonie)

P. S. Problemlösung für manche Fälle sind auf- und aufrollbare Terrassenmatten. Wenn also mal ein wichtiger Gegenstand durch die Ritze unter die Terrasse gerutscht ist, rollt man sie auf und findet ihn (und auch vieles Anderes wieder) und rollt sie wieder zu. Das ist auch keine schlechte Idee.