kleine mini Terrasse
A.) Was ist hier zu tun, um diese Miniterrasse wohnlicher zu machen?
A.) Was ist hier zu tun, um diese Miniterrasse wohnlicher zu machen?

Eine solche Mini-Terrasse ist wohl das übliche Anhängsel am Eigenheim, welche meist aus dem Grunde klein geplant wurde, um im Bebauungsgebiet die versiegelten Flächen (Gebühren für Oberflächenwasser!) relativ klein zu halten. Wenn ich nun Tipps zur Gestaltung und Dekoration der winzigen und schmalen Veranda gebe, so will ich am Anfang doch auch den Vorschlag machen, die vorhandene Fläche zu vergrößern. Eine Alternative zu den durch Steinplatten versiegelten Böden sind Holzdecks.

Letztere haben zudem noch den Vorteil, dass man die Terrasse fast ebenerdig mit dem Fußbodenniveau des Hauses anlegen kann, was um vieles bequemer ist, als Stufen vom Haus in den Garten hinein. Die Veranda auf dem gleichen Niveau zu Zimmer und Terrassentür verbindet zudem Haus und Garten eng miteinander und wir können damit den Garten als erweiterten Wohnraum nutzen.
Doch nun zu den Tipps und Regeln zur Gestaltung:

kleine Terrasse KlinkerbelagB.) Moderner Stil. Klinkerziegel bilden den Rahmen für diesen optischen Ruhepol.

Einen einheitlichen Materialtyp verwenden

Winzige Gärtchen und um so mehr kleine Terrassen wirken gediegener, wenn wir für deren Grundstruktur einen einheitlichen Materialtyp verwenden. Im Bild oben (B.) wurde Klinkerziegel für Sichtschutzmauer, flaches Mäuerchen und Belag genommen, der einen ruhigen Rahmen für den Rest er Gestaltung gibt. Die Materialverwendung gab der Backstein der Hausfassade vor. Im Inneren dieser Fassung von Hauswand Sichtschutz und Ummauerung kann es dann schon etwas bunt zugehen, was aber nicht störend wirkt. In diesem Falle ist es ein bunter Mix von Pflanzen.

Im Bild unten (C.) habe ich ein ungünstiges Beispiel aus einem schmalen Reihenhausgarten gewählt, wie es hundertfach unseren Eigenheimsiedlungen zu finden ist. Auch hier ist die Hausfassade mit geschichteten Klinkersteinen verblendet, aber die anmontierten Sichtschutzelemente sind hölzern. Der Terrassenbelag ist aus Betonstein (mit Fischgrätenmuster) verlegt, die Gartenmöbel sind aus Plastik und die Bank aus Holzlatten und Bandeisen.

Kleine TerrasseC.) Was könnte hier verbessert werden?

Beide Terrassen (Bild B. und C.) haben einen ähnliche Grundstruktur mit abgeschrägter Sichtschutzwand, doch was für ein Unterschied. Die beiden Bilder verdeutlichen wohl ohne weiter Erläuterung, dass ein kunterbuntes Durcheinander von Materialien die Veranda winziger erscheinen lassen, als sie vielleicht wirklich ist. Allein der Anstrich der ockergelben Lamellenzäune mit einer ziegelroten Lasur würde hier schon ohne viel Geld auszugeben, die Situation merklich verbessern.
Farbliche Veränderungen am Flächenbelag können mit Beton- oder Steinlasuren vorgenommen werden. Von der Qualität her ist am Betonsteinbelag nichts auszusetzen. Wem teure Beläge zu teuer sind, der kann durchaus auch Beton verwenden, denn dieser ist im Winter ohnehin rutschfester, als glatte Natursteinplatten.   

 Übrigens - der Sichtschutz:

Ohnehin finde ich aber solch kümmerlichen Blickschutzwände, wie sie im Bild C.) zu bewundern sind unverhältnismäßig billig im Verhältnis zu dem Wert von Haus und Grundstück. Der Mieter oder Eigentümer zahlt in der Regel astronomische Mieten oder Kredite für Haus und Grundstück, und dann ist es zum gemütlichen Bewohnen völlig unbrauchbar, weil man auf der Wohnterrasse sitzend, jedes Hüstelgeräusch des Nachbarn mit anhören muss, oder auf der ohnehin zu kleinen Terrasse, wie auf einem Präsentierteller der Beobachtung durch Nachbarn oder Passanten ausgesetzt ist.
Der ausreichende Sichtschutz macht den wirklichen Wert eines Wohngrundstückes aus. Im Beispiel der Bilder A.) und C.) ist diese Mindestanforderung nimmer gegeben ist, wie auch die minimal erforderliche Schalldämmung zum nachbarlichen Garten hin.

In den meisten Fällen glaube ich, dass die Hausbesitzerin, welche sich im Falle der Beispiele A.) und C.) eine schöner dekorierte, oder moderner gestaltete Kleinterrasse wünscht, dass sie im Innersten eher den Wunsch hat, einen unbeobachteten Sitzplatz am Haus ihr eigen zu nennen. Der Garten, und der kleine Garten um so mehr, ist doch in der Idealvorstellung der Menschen das kleine versteckte Refugium und nicht der kühler Ort, wie es die besagten Fotos zeigen. Eine gemütliche Atmosphäre entsteht nur dort, wo man unbeobachtet ist und unbeobachtet bewegt man sich auch entspannter, als unter der vermuteten Aufsicht fremder Augen.

Pavillon auf einer kleinen TerrasseD.) Veranda, welche mit einem Pavillon überbaut wurde. Die wohl beste Idee!Solch kleine Terrassen, wie sie hier beschrieben werden, brauchen einen akustisch dichten und blickdichten Rahmen. Nur scheuen sich viele Gartenbesitzer davor, diesen schon engen Platz durch Hecken, Spaliere oder Sichtschutzwände noch mehr einzuengen. Doch das tut eine Rahmung merkwürdigerweise nicht (siehe Bild E.)
Die hohe Mauer um ein kleines Gärtchen gesetzt, macht es gemütlicher und geheimnisvoller und gleiches gilt für die Terrassengestaltung. Nur muss man sich von dem möglichst verborgenen Sitzplatz am Haus, Fenster und Sichtschneisen in die schönen Teile der Umgebung einfügen.
Das interessanteste Beispiel für so eine Mini-Terrasse bekam ich von einer Leserin als Foto geschickt, welche ihre von überall einsehbare Veranda gleich mit einem Pavillon überbaute und dessen Fester mit Jalousien versah (Bild D.).
So wurde die Terrasse auch an Regentagen nutzbar und die Unterhaltung mit Freunden an langen Sommerabenden störte selbst nach Mitternacht nicht, weil der Pavillon und die vielen Pflanzen drumherum das Gemurmel der Gespräche schluckt. Das ist wohl auch hier auf dieser Garten-Infoseite die beste Empfehlung für eine entsprechende Terrassengestaltung.

Klein schafft klein

Das Foto C.) zeigt aber noch eine weitere Problematiken auf. Wenn auf einer kleinen Fläche zur Dekoration winzige Blumentöpfe und Pflänzchen Verwendung finden, dann machen diese Objekte die Anlage optisch auch nur wieder beengter und nicht weiter. Selbst der kleinteilige Betonpflasterbelag befördert diese Enge. Ganz anders wurde es beim Gestaltungsbeispiel B.) gemacht. Hier wurden sicher ganz bewusst die großformatigen Kalksteinplatten in den Belag eingefügt, um die Fläche optisch großzügiger erscheinen zu lassen. Im Hintergrund finden wir eine skulpturenartige Vase, welche druch ihre Größe den Platz dominiert.

Um die Situation im ungünstigen Bildbeispiel zu verbessern, könnte man (egal ob Eigentümer oder Mieter) ein Holzdeck mit überbreiten Terrassendielen über den Betonsteinbelag montieren. Sinnvoll wäre bei dieser Gelegenheit natürlich auch die allgemeine Vergrößerung der Veranda und es gilt die Regel: Besser einen kleinen Garten mit großer Terrasse zu besitzen, als andersherum.

 Großblättrige Pflanzen

Wenn man alle die oben aufgezeigten Möglichkeiten nicht hat, wie etwa den Belag zu verändern, so dekoriere man die Terrasse wenigstens mit großen Objekten. Die Vase im Bild B.) ist auch dafür wieder das positive Beispiel. Man verwende große Pflanzgefäße mit üppig gedeihenden Gewächsen. Bambus wäre eine Empfehlung oder wer Überwinterungsmöglichkeiten hat, der stelle Oleanderbüsche auf. Ich habe auch eine Reihe von frostfesten Kübelpflanzen aufgelistet, welche genommen werden können und relativ pflegeleicht sind. Dort wo die Veranda etwas schattig liegt, können auch üppig wachsende Farne, wie der Straußenfarn neben die Terrasse eingesetzt werden. Üppiges Pflanzenwachstum ist also angesagt, wie auch Rankpflanzen, welche die Sichtschutzwände verschönern. Wer nur spärlich bewachsene Töpfchen oder kümmerliche Koniferen neben besagte kleine Flächen setzt, der sollte auf diese besser ganz verzichten und mehr auf architektonische Elemente setzen:

kleine Terrasse mit SichtschutzE.) Trotz der hohen Sichtschutzelemente ist der Sitzplatz nicht beengt und es ist eine Variante der Dekoration mit wenig Pflanzenmaterial.

Ein einheitliches Konzept

Wichtig für jede Gestaltung im Garten ist, einem roten Faden zu folgen. Ein klares Thema sollte in dem Design erkennbar sein. Meist wird eine mediterrane Terrassengestaltung gewünscht. Das Konzept kann auch auf einer kleinen Veranda verwirklicht werden und sollte sich dann aber auch im Garten wenigstens andeutungsweise fortsetzen. Andere Stilformen sind möglich. Das Projekt kann zum Beispiel im Landhausstil gestaltet werden oder zeitlos modern. Ideal ist es, wenn das Wohnhaus und die Terrasse konzeptionell zusammenpassen, erzwingen lässt es sich aber nicht immer.

Praktisches

Hast du kleine Kinder und willst die Ruhe am Haus genießen, dann baue Spielgeräte, Planschbecken und Sandkasten unmittelbar neben der Terrasse auf. Denn je weiter die Spielgeräte von der Terrasse weg sind, desto seltener spielen dort die Kinder. Auch der Wäscheständer wird von vielen Eigenheimbesitzern beharrlich auf dem Rasen eingesetzt, obwohl man dann im Winter ständig gegen Schlamm und Matschschnee ankämpfen muss.

Terrasse mit WäschespinneMontierbare Wäschespinne und Teppichklopfstange. Die Terrasse sollte auch für praktische Tätigkeiten im Haushalt nutzbar gemacht werden.

Gärten am Haus sollten aber auch für praktische Hausarbeiten nutzbar gemacht werden, wie im Bild sichtbar. Zuletzt möchte ich noch an die Möglichkeit der Einrichtung einer kleinen Sommerküche erinnern. Bei uns hat sich diese besonders bewährt, wenn eingekocht wird, oder wenn mit dem Wok gebraten wird. Draußen stört Dampf und Fettgespritze weniger, als in der Küche und im Garten machen sich viele öde Hausarbeiten angenehmer, als in geschlossenen Räumen. Zudem können Eltern so die Kinder im Garten leichter beaufsichtigen.