Hochbeet im Schattenein Hochbeet wirkt manchmal Wunder.
ein Hochbeet wirkt manchmal Wunder.

Generell sollte der Anbau von Obst und Gemüse möglichst auf freien, sonnigen, luftigen Standorten erfolgen. Denn Schatten und selbst Halbschatten mindert die Erträge immer. Allerdings kommt es sehr darauf an, aus welcher Quelle dieser Schatten kommt. Beeinträchtigen nämlich größere Bäume die Anbaufläche, so kommt meist noch das Problem hinzu, dass Wurzeln Konkurrenten werden. Entsprechend sind Pfahlwurzler in der Nähe dann günstiger als Flachwurzler.

Spalierobst und Obstbäume

Der Schatten von Häusern ist hier schon weniger problematisch. Wer die Möglichkeit hat, die Hausfassade beispielsweise mit Spalierobst zu besetzen, der kann durchaus auf der Nordseite sehr zeitige Apfelsorten wie z.B. Weizenapfel, Pfirsichroter Sommerapfel kultivieren. Nach Nordwesten oder Nordosten zeigende Fassaden lassen sich mit früh reifenden Sauerkirschen bepflanzen.

Frei stehende Obstbäume, die etwa durch hohe Häuserfluchten oder steile Nordhänge beschattet werden, tragen in der Regel weniger Früchte, die zudem säuerlicher schmecken, als auf einem sonnigen Standort. Einzig die Hauspflaumen (ZwetschenUnterschied zu Pflaumen beachten), Sauerkirschen und Sommeräpfel sind eine Alternative oder besser gesagt eine Notlösung.

Beerenobst

Auch beim Beerenobst gilt der Grundsatz: weniger Sonne bedeutet weniger Süße (der Früchte). Im Halbschatten gedeihen Himbeeren noch ganz gut (gelbfrüchtige Sorten sollen besonders geeignet sein). Die Pflanzung von Stachel- und Johannisbeeren ist ebenfalls möglich, wie auch die Kultur der Erdbeere.

Neuseeländer SpinatDie Kultur des Neuseeländer Spinates ähnelt derjenigen der Tomate

Gemüse

Rhabarber wächst im Halbschatten noch gut. Weiterhin empfehle ich folgende Gemüsearten:

  • Neuseeländer Spinat (im Sommer)
  • Winterspinat
  • Feldsalat
  • sogenannter Wintersalat
  • Busch- und Stangenbohnen
  • Mangold
  • Rote und Gelbe Beete
  • Grünkohl
  • Riesenkohlrabi könnte gedeihen
  • Mairübchen und Herbstrüben
  • Ewige Zwiebel
  • Beetgurken (Hochbeet, Hügelbeet)
  • Knollenfenchel
  • Zucchini, nach meinen Erfahrungen Pattison (Ufo-Kürbis) noch besser (auf Hochbeet, Hügelbeet)
  • Möhren gedeihen noch einigermaßen (robuste Sorten wählen)
  • Schwarzer Rettich
  • Schnitt- und Staudensellerie

Kräuter

  • Trichterfarn ist essbar und seine jungen gerollten Triebspitzen eine Delikatesse
  • Salbei gedeiht im Halbschatten noch recht gut
  • Schnittlauch
  • Schnittknoblauch
  • Liebstöckel
  • Es findet sich auch im Halbschatten sicher ein Platz, der mittels Hochbeet sonnig gestellt werden kann, wo weitere wichtige Kräuter gedeihen, wie Petersilie, Majoran, Ysop, Bergbohnenkraut

Kulturpilze

"Der Anbau einfach kultivierbarer Speisepilze kann das Gemüseangebot des Selbstversorgers bedeutend bereichern. Allerdings muss das Myzel und Substrat bei einem Fachbetrieb gekauft werden, was zunächst ein Kostenfaktor ist. Je nach Kulturform kann man für die Anzucht schattige Gartenecken, Gewächshäuser oder feuchte Kellerräume nutzen und Pilzkulturen sogar in der Wohnung (z.B. Bad) oder auf dem Balkon ziehen. In bewohnten Räumen ist lediglich darauf zu achten, dass keine Arten verwendet werden, die Sporen streuen. Kultiviert wird auf Spezialsubstrat, Stroh oder Holzhäksel. Mit einigen Arten ist es möglich, frisch geschlagene Holzstämme zu impfen, die dann mehrere Jahre lang Pilzernten ermöglichen." (Aus meinem Gartenkalender-Büchlein: "Ertragreiche Kulturen für Selbstversorger")

Gewächshaus mit Zusatzbeleuchtung

Im Zeitalter der LED-Lampen ist es möglich, ein kleines Gartengewächshaus ohne hohe Kosten zusätzlich zu beleuchten. Ich kenne so ein Projekt bei einem Freund in Funktion, der das Treibhaus zudem noch mit Solarplatte und ausrangierter Autobatterien als Speicher betreibt, also absolut autark. Es funktioniert. Angebaut werden können dann im unbeheizten Gewächshaus recht rentabel:

  • Tomaten
  • Paprika
  • Gurken
  • Winterportulak über Winter, Ernte im März
  • Salat im zeitigen Frühjahr