Freilandazaleen
A.) Freilandazaleen verschiedener Größe.

Die winterharten Gartenazaleen sind eine Untergruppe der Rhododendren, meist mit einer sommergrünen Belaubung. Ich selber teile sie in Zwerg-Azaleen (unter 1 m), in mittelhohe (1 bis 1,5 m) und höhere (um die 1,5 bis 3 m) Sorten ein. Man verwendet die niedrigen Gehölze meist für die Gestaltung von Steingärten oder japanischen Gärten.

Die höheren Formen nimmst du für freiwachsende blühende Hecken und für die Gestaltung von kleineren Rhododendrongärten überhaupt, da sie relativ wenig Platz verbrauchen und die knalligeren Farben besitzen.

Hier und da liest man die Empfehlung, Gartenazaleen in Pflanzkübeln zu ziehen und auch auf dem Balkon zu überwintern. Doch das funktioniert nach meinen Erfahrungen weniger gut. Wer dennoch nicht auf die Farbenpracht dieser Gehölze verzichten möchte, aber nur Kübelpflanzen für Terrassen oder Dachgärten einsetzen kann, der verwende die Rh. Yakushimanum-Hybriden. Diese eignen sich durch ihren langsamen Wuchs für solche Verwendung. Man zählt sie aber zu den Rhododendren.

Interessant für die Gartengestaltung sind die sogenannten Rh.-Mollis-Hybriden(Bild D.). Zusätzlich zu ihren Blüten und ähnlich in den Farben erfreuen sie uns mit einer herrlich roten oder rotorangen Herbstfärbung. Damit können sie in einsprechende Pflanzungen einbezogen werden, die mit einer besonderen Herbstlaubfärbung gestalten sollen.

Gartenazaleen Knap Hill Hybriden

Die verschiedenen Arten und die Knap-Hill-Hybriden, Duft-Azaleen

Die verschiedenen Gruppen der Gartenazaleen habe ich unter der Überschrift Zwerg-Rhododendren beschrieben.

Aus diesem Sortiment sticht jedoch eine bestimmte Gruppe heraus. Das sind die sogenannten Knap-Hill-Hybriden. Das sind Kreuzungen und Formen der klassischen Freiland-Azalee (siehe Rhododendron luteum). Unter diesem Sammelbegriff findest du all die schönen, sommergrünen Gartensorten, die um die 1,2 m hoch werden und herrlich farbige und zum Teil stark duftende Blüten hervorbringen.

Die duftenden Sorten der Knap-Hill-Hybriden sind im Handel (Baumschulen, Bau- und Gartenmärkte) unter dem Namen "Duft-Azaleen" zu finden.

Ähnlich in Blüte und Habitus sind auch die sogenannte Azalea-Mollis-Hybriden (Bild D.). Weil die Artenbezeichnungen der verschiedenen Azaleen-Formen so verwirrend sind, findet man sie heute im Handel vermutlich unter den  Knap-Hill-Sorten. Leider ist es so, dass die botanische und umgangssprachliche Namensgebung vieler Pflanzen häufig im Wandel ist.

Pflege und Schnitt

Für die Freilandazaleen gilt allgemein das, was ich über Pflege- und Schnittarbeiten zu den Rhododendren geschrieben habe. Die Sorten ohne Laub sind im Winter weniger anfällig gegen das Austrocknen durch Wintersonne. Besonders winterhart sind die Rhododendron-Kaempferi-Hybriden.

Sind die Büsche zu groß geworden, kann man sie zurückschneiden. Gleich nach der Blüte ist dafür die günstigste Zeit. Ein Totalrückschnitt wird allerdings meist nicht so gut verkraftet, wie es bei den großen Rhododendron-Arten der Fall ist.

Sonst ist zur Pflege nicht viel zu sagen. Bei Trockenheit sollte gewässert werden - besser seltener und viel, als jeden Tag nur wenig.

Standort

Der Standort kann im Garten überall dort sein, wo der Boden weitgehend kalkfrei ist. Allgemein mögen Azaleen einen sehr humusreichen Gartenboden mit einem pH-Wert von 4 bis 5,5. Der Boden sollte kühl sein. Günstig ist deshalb eine Unterpflanzung mit Bodendeckern. Doch Azaleen sind keine Moorbeetpflanzen! Stehende Nässe wird nicht vertragen.

Rhododendron Pfad

Der Pflanzplatz wird spatentief umgegraben und darauf (nicht untergemischt) eine Mulchschicht idealerweise von Waldhumus/Kierfernnadelstreu, Torf oder einer sogenannten Rhododendronerde aufgebracht (5 bis 10 cm hoch). Nur oberflächlich wird diese Mulchschicht mit der Grabegabel etwas in den Boden eingearbeitet. Es darf kein Kompost von Buchenlaub Verwendung finden.

Wer im Garten sehr schweren Boden hat, der sollte die Pflanzlöcher für die Azaleen etwas tiefer machen und den Grund zur Drainage mit 5-8 cm grobem Kies aufschütten. Erst danach wie oben verfahren und pflanzen.

Die Pflanzen gedeihen sowohl in voller Sonne als auch in lichtem Schatten. Ist der Standort schattiger, dann wird die Blüte etwas magerer ausfallen ist aber immer noch ausreichend schön. Nur im Wurzelbereich grosser Bäume sollten diese Gehölze nicht stehen, weil sie ihnen Wasser und Nährstoffe rauben.

Düngung

Die hohen Azaleenarten können im Frühjahr (spätestens bis Mitte Juni) moderat mit einem kalkfreien Volldünger versorgt werden. Am besten nimmt man dazu einen speziellen Rhododendrondünger. Alternativ kannst du auch eine Mischung aus Komposterde und Hornspänen anfertigen. Pferdedung darf nicht zum Einsatz kommen.

Die niedrigen und zwergigen Azaleenarten, die aus den japanischen Gebirgen stammen, sollten nicht mit Kunstdünger gedüngt werden.

Azalea-Mollis-Hybride


Literatur & Quellen:

  • Harri Günther - Schöne Blütengehölze, Berlin 1979
  • Eiselt/Schröder - Laubgehölze, Radebeul 1977