Frühkartoffeln verschiedene SortenFrühkartoffeln für 20 laufende Meter Kartoffelreihe.
Frühkartoffeln für 20 laufende Meter Kartoffelreihe.

Wer sich im eigenen Garten ausschließlich selbst mit Speisekartoffeln versorgen will, der rechne zunächst mit 40 Kilogramm pro Person, wenn jeden Tag gekocht wird (klassische bürgerliche Küche). Grob gerechnet braucht man für einen Kartoffelertrag von 40 Kilogramm zwei Reihen von jeweils 10 Meter Länge, in die jeweils 33 Stück gelegt werden müssen. Das sind also auf einen Meter ca. 3,3 Stück. Pro Person kommt man so auf 66 bis 70 Saatkartoffeln, das sind etwa vier Kilogramm Pflanzgut [1]:

Im Durchschnitt wiegt eine Pflanzkartoffel, mit etwa der Größe einer Kastanie, 60 Gramm x 3,3 Stück pro Meter = 198 Gramm (0,198kg) pro Meter. So benötigt man knapp zwei Kilogramm für eine Kartoffelreihe von 10 Meter. Bei länglichen Sorten rechne ich mit 40 Gramm pro Saatkartoffel, weil größere Exemplare vor der Pflanzung geteilt werden können. Das sind etwa 1,5 Kilogramm für 10 Meter.

Mit den Pflanzkartoffeln, wie sie auf dem Bild oben in der Kiste zum Vorkeimen liegen, habe ich genau zwei 10 Meter lange Reihen pflanzen können. Insgesamt sind es 3,5 Kilogramm Saatkartoffeln der frühen Sorten 'Rosara' und 'Altesse'.

Oder: 100 Saatkartoffeln pro Person?

Eine andere grobe Richtzahl sind 100 Pflanzkartoffeln pro Person. Nach meinen Erfahrungen mag das die Menge für einen Stadtmenschen sein, der sein Obst und Gemüse im Supermarkt einkauft.

Wer Kleingartenbesitzer ist und ein breit gefächertes Gemüsesortiment neben den Kartoffeln anbaut (Spargel, Zuckererbsen, Gemüsebohnen, Schwertbohnen, Karotten, Kohlrabi, Blumenkohl, Brokkoli, Artischocken, Hafer- und Schwarzwurzel usw. [2]) der hat in seinem Speiseplan automatisch viel weniger Kartoffelgerichte, als der Durchschnittsverbraucher.

Letscho selber HerstellenÜbrigens: Letscho wird gleich draußen im Garten zubereitet und dann in Gläser abgefüllt...

Das trifft insbesondere dann zu, wenn im Garten reichlich Edelgemüse vorhanden ist. Bei mir daheim ist das beispielsweise von Mai bis Mitte Juni überreichlich viel Grün- und Bleichspargel, der zusammen mit ersten zarten Kohlrabi und mit Brokkoli serviert wird. Dazu gibt es frisch geräucherte Forellen (regional) oder Hühnchenfleisch aus eigener Zucht.

Wenn ich weiterhin an die Mengen an Letscho denke (eigener Tomaten- und Paprika-Anbau), die ich im August und September koche, die im Winter mit Reis oder Nudeln auf den Tisch kommen, so reichen die oben veranschlagten 40 Kilogramm Erdäpfel pro Person vollauf und es bleibt sogar noch ein ganzer Batzen Futterkartoffeln für Kaninchen oder Hühner übrig.



[1] Die Werte beziehen sich auf Sorten, die zur Einlagerung genommen werden. Frühkartoffeln bringen weniger Ertrag.

[2] Man baue vor allem viel der edlen Gemüsearten an, die hier stellvertretend genannt sind. Wir können zwar neben den Kartoffeln auch Massen an Zucchini, Speisekürbissen, Grünkohl und dergleichen anbauen, doch der Selbstversorger von heute sollte die kulinarischen Aspekte mehr in den Fokus seiner Arbeit rücken – so meine Meinung.