Spielplatz
Grün gehört zu den Spielplätzen, genau wie sinnvolle Spilegeräte

Bei der Bepflanzung von Spielplätzen verwendet man natürlich ungiftige Stauden, Blumen. Gräser und Gehölze. Eine brauchbare Liste hierfür findet sich unten. Von der Auswahl an Pflanzen für Kindergärten empfehle ich aber besonders die Bäume, denn sie sind Schattenspender und schaffen ein angenehmes Kleinklima, was für Kleinkinder besonders wichtig ist. Ein Sonnensegel ersetzt keinen Baum! Auch wenn einmal mehr Laub gefegt werden muss: Laubbäume sind die erste Wahl für Spielplatzbepflanzungen.

Allgemeine Tipps – was gepflanzt werden sollte

Bäume, welche schirmartig das Spielgelände überschatten, bilden zudem ein angenehmes Raumgefühl durch ihren Schutz von oben und die Transparenz von der Seite her. In der Gartengestaltung wird zwar durch Hecken, Sträucher und Rahmenpflanzungen der Raum auch durch grüne Wände begrenzt, doch das Prinzip ist für Kindergärten nicht immer 1 : 1 zu übernehmen.

Spielplatz unter kleinen Bäumen

Wegen der Aufsichtspflicht (in der nicht öffentlichen) Kindertagesstätte, sollte das ganze Spielgelände gut einsehbar sein und nur an bestimmten und gut bedachten Plätzen Strauchwerk als Sichtschutz und dergleichen stehen. Bei öffentlichen Spielplätzen ist es generell sicherer, wenn das Tun und Treiben auf einem solchen Spielplatz öffentlich von allen Seiten gut eingesehen werden kann. Um dort und in den Kindergartengeländen besondere Raumwirkungen entstehen zu lassen, kann man in einigen Bereichen das Gelände leicht absenken oder, wie schon beschrieben, Bäume mit ausladenden Kronen pflanzen. Allein geeignete robuste Ziergräser ersetzen Rahmenpflanzung und Decksträucher und bleiben dabei transparent.

Welche Pflanzen im Kindergarten verwenden?

Nachdem einige allgemeine Regeln für die Gestaltung der Kindergärten mit Pflanzen erwähnt wurden, will ich auf die Eigenschaften der Pflanzen selbst eingehen. So sollten wir vor allem Gehölze verwenden, an denen der Wandel der Jahreszeit besonders deutlich zu erkennen ist. Das sind vor allem Stauden und sommergrüne Laubgehölze. Bäume und Sträucher, welche im Frühjahr treiben, Blüten bilden und im Herbst Fürchte und buntes Laub, sind wichtig. Pflanzen mit duftende Blüten und duftendem Herbstlaub (Kuchenbaum) machen die Natur erlebbarer. Irgendwo im Gelände oder in der Nähe sollte auch ein Kastanienbaum, der hoffentlich sehr bald die von den Kindern ersehnten Kastanienfrüchte liefert. Die Pflanzungen müssen aber auch robust sein, denn beim Spiel der Kinder fliegt schon mal ein Ball in das Gebüsch – zarte Staudenpflanzungen sind zum Beispiel weniger geeignet.

Das gepflanzte Grün soll Freundlichkeit und Heiterkeit ausstrahlen: auf Birken (kleinere weißstämmige Arten!) kann man deshalb eigentlich gar nicht nicht verzichten – auch im Winter sollten Sträucher nicht nur grau in grau aussehen. Der Ranunkelstrauch ist beispielsweise ein Blütenstrauch, der in dieses Schema passt. Auch immergrüne Pflanzen dürfen verwendet werden, wenn auch hier die Auswahl nicht zu groß sein mag, denn viele Vertreter dieser Gruppe sind düster. Fichten gehören mancherorts ins Landschaftsbild und sind nicht giftig. Allerdings achte man bei der Pflanzung von Harz absondernden Bäumen, dass diese besonders im Sommer bei Hitze reichlich klebriges Harz herabtropfen lassen (Alte Kiefern, Fichten und Tannen). Welche Bäume im Parkplatzbereich genommen werden sollten, habe ich gesondert benannt (Link).

Noch ein gestalterisches Thema: Ich kann nicht sagen wieso, doch ich würde in einer Kindertagesstätte keine buntlaubigen Pflanzen verwenden (weiß-grüne Blätter) – das sieht irgendwie wie Friedhof aus (z.B. panaschierte Funkien). Es mag einige gelb-grün panaschierten Pflanzensorten geben, welche brauchbar sind. Man muss da aber genau hinsehen. Also, besser sind alle freundlich-grünen Töne, wie sie etwa viele der Ahornarten oder Zierkirschen besitzen. Zierpflanzen und -Gehölze mit gelben Blättern wirken als einzelne Exemplare angenehmem. Sorten, welche rotes bzw. schwarzrotes Laub aufweisen finde ich schrecklich, wenn sie in Kindergärten stehen. Was die Farbe der Belaubung betrifft, so ist bei den Heckenpflanzen nach dem gleichen Prinzip die Auswahl zu treffen, wobei ich eine entsprechende, schöne Auswahl von ungiftigen Heckenpflanzen (hier) zusammengestellt habe.

Ungiftige Pflanzen für Kindergärten

Nun schreibe ich über die ungiftigen Pflanzen für Kinder und muss mich natürlich zuvor rechtlich absichern: Bitte beachten Sie, alle Infobeiträge über Pflanzen und deren Genießbarkeit dienen ausschließlich der allgemeinen Weiterbildung. Es können Fehler bei der Kategorisierung vorkommen. Wenn ich das so schreiben, dann mit dem Wissen, dass heutzutage in seltensten Fällen Allergien durch irgendwelche Pflanzen ausgelöst werde können und Vergiftungserscheinungen hervorrufen könne, welche wiederum Schadensansprüche folgen lassen. So kann ich zum Beispiel von einem aktuellen Fall berichten, der eigentlich gar nicht so selten ist, dass Haselnussbäume heftige allergische Reaktionen bei Kindern auslösen können, welche unter einer Nussallergie leiden, sodass wir heute die Haselnuss (Corylus avellana) [giftig] mit all ihren Ziersorten (Korkenzieherhasel) für Kindergärten quasi als giftig deklarieren müssen, obwohl sie im herkömmlichen Sinne ungiftige Pflanzen für Kindergärten sind.

Nicht giftig oder wenig giftig (jeweils Hinweise beachten) sind:

Ribes alpinum, die Alpenjohannisbeere
Die Alpenjohannisbeere – Ideal für jeden Boden, sowie für Sonne und Schatten und als Unterpflanzung unter großen Bäumen. Es lassen sich sehr schöne Hecken schneiden. Sehr zeitiger Laubaustrieb.
Prunus-Arten - Zierkirschen usw.
Zierkirschen sind wunderbare Schattenbäume mit Blütenschnee im Mai. Die Liste der verschiedensten Prunus-Arten, die gepflanzt werden können ist lang, viele davon sind Obstgehölze: Aprikose, Kirsche, Mandelbäumchen (bildet keine Früchte), Pfirsich, Pflaume, Schlehe, Traubenkirsche, Weichsel, Zwetsche. All diese sind ungiftig. Das innerer der Kerne vom Steinobst ist giftig, doch sicher tolerierbar.
Amelancher lamarckii
Die Felsenbirne (Amelanchier) kann als strauchartiger Baum (Heister) oder auch als Hochstamm gekauft werden (kleiner Baum). Die sommergrünen Gehölze sind absolut robust und bekommen im Herbst wundeerschön bunte Blätter. Die roten beerenartigen Früchte sind essbar, schmackhaft und gesund, doch werden sie mit der Reife sofort von den Vöglen gefressen.
Malus
Zierapfel. Völlig ungiftig und mit Blüten- und Fruchtschmuck reichlich geziert sind Zieräpfel aller Arten und Sorten.
Acer ginnala
Feuerahorn (als Strauch oder kleiner Baum). Die verschiedensten Ahornarten können am Spielplatz eingesetzt werden, doch einer der besten für diese Zwecke ist der Feuerahorn. Dieser wächst schnell, ist robust und pflegeleicht. Hier im Bild ist der Feurahorn (Acer ginnala) mit schönster Herbstlaubfärbung – Super Eignung um  Herbstlaub-Girlanden basteln (aus gepressten Herbstblättern)
Salix
Weide, besonders die Lockenweide (Salix erythroflexuosa), die kleinere Form der Korkenzieherweiden bildet überhängende Baumkronen unter denen sich die Kinder verstecken können. Zur Thematik der beliebten Weidentunnel ist unten ein kurzes Kapitel zu lesen. Böschungen können mit Salix purpurea 'Nana' (Foto) bepflanzt werden. Mit Salix purpurea 'Gracilis' lassen sich auch Hecken pflanzen. Deren Schnittgut (Weidenruten) lässt sich als Naturmaterial für Bastel- und Fleuchtarbeiten bestens verarbeiten!
Spielplatz mit Rutschen
Cercidiphyllum japonicum
Der Lebkuchenbaum. Ein wunderschöner und freundlich ausschauender Baum, bei dem durch Schnitt eine breite Schattenkrone gezogen werden kann. Das Laub duftet im Spätherbst intensiv nach Zuckerwatte! Nicht für trockene Standorte geeignet.
Bambus
Bambus ist groß im Kommen – Vorsicht ist aber mit stark wuchernden Arten geboten, es sei denn wir legen gleich einen kleinen Bambuswald zum spielen an. Bambus ist ungiftig, mesitens sogar essbar. Beispiel: Ein Spielplatz im Schilf- und Bambushain. Die Idee konnte ich umgesetzt bereits einmal auf einer Bundesgartenschau in Augenschein nehmen. Dort hatte man Bambus und Elefantengras gemischt. Das Elefantengras (Chinaschilf) ist aber relativ blickdicht. Wer den Bambus-Spielwald transparenter haben möchte, der nehme dazu nur den hochstieligen Bambus. Übrigens: Bambus wirkt immer freudlich und heiter. Als Hecke oder Randbepflanzung können wir ihn ebenfalls verwenden.
Spiraea
Spiraea-Arten gelten als ungiftig und können unbedenklich in der Nähe von Kindern Verwendung finden: Decksträucher, Hangbepflanzungen. Hier habe ich fünf der gebräuchlichsten Spiraea-Ziersträucher beschrieben.
Cornus
Die verschieden Cornus-Arten (Sträucher, kleine Bäume) gelten als ungiftig für den Menschen – einige dieser Sträucher wirken besonders im Winter durch ihre farbenfrohe Rinde: Cornus alba 'Sibirica' (Bild), Cornus alba 'Elegantissima' (noch dunkleres Rot), Cornus sanguinea 'Midwinter Fire' oder 'Winter Beauty' besitzen käftig orange bis feuuerote Triebe. Die Kornelkirsche (Cornus mas) könnte gepflanzt werde, ist jedoch duch die starke Fruchtbildung und der Massen an herbafallenden Früchten als ein Baum für Kindergärten eher ungeeignet.
Frühblüher, Zwiebelpflanzen
Blumenzwiebeln. An geeigneten Stellen sollten wir auf frühblühende Zwiebelgewächse nicht verzichten – aber giftig sind hier die Tulpen und besonders die Narzissen! Auch die Herbstzeitlosen sind giftig und sollten nicht verwendet werden. Hingegen die Krokus-Arten und ebenso die Schneeglöckchen gelten als nur gering giftig. Letztere wirken besonders in der Masse und auch aus der Ferne und könnten entsprechend einen Platz in den Grünanalagen bekommen. Mit dem Krokus können wir sogar kleine Krokuswiesen anlegen.
Rosengewächse
Viele der Rosengewächse sind ungiftig und empfehlenswerte Pflanzen für Kindergärten, doch nicht alle. Zum Beispiel hat der so beliebte Kirschlorbber, der auch ein Rosengewächs ist, giftige Blätter. Folgende Stauden und Gehölze können unbedenklich gepflanzt werden:
  • Acaena – Stachelnüsschen
  • Alchemilla – Frauenmantel
  • Amelanchier – Felsenbirne
  • Aronia – Apelbeere
  • Aruncus – Geißbart
  • Chaenomeles – Scheinquitte, Zierquitte
  • Cotoneaster – Zwergmispel (gering giftig)
  • Crataegus – Weißdorn
  • Cydonia – Quitte
  • Fragaria – Erdbeere
  • Geum – Nelkenwurz
  • Kerria – Kerrie
  • Malus – Apfel, siehe oben
  • Physocarpus – Blasenspiere
  • Potentilla Fingerkraut
  • Prunus-Arten – Steinobst, siehe oben
  • Pyracantha – Feuerdorn
  • Pyrus – Birne
  • Rosa – Hagebutte
  • Rubus – Brombeere
  • Sorbaria – Fiederspiere
  • Sorbus aucuparia – Eberersche, Vogelbeere (frische Früchte zum Teil gering giftig z.B. Vogelbeere)
  • Spiraea – Spierstrauch
  • Stephanandra – Kranzspiere
  • Waldsteinia – Golderdbeere

Noch einmal das Thema Weide, Weidentunnel usw.

Auch Weiden sind ungiftige Pflanzen und mittlerweile ist ganz gut bekannt dass man Spielgeräte aus Weide (geflochtene Weidenruten), aber auch lebende Spielgeräte wie Wiedentipi, Weidentunnel oder Weiden-Hochwege bauen und pflanzen kann. Diese belassen das Umfeld der Kinder in einer ruhigen Natürlichkeit. Man plane aber ein, dass solche Projekte eher temporäre Vorhaben darstellen, denn früher oder später wachsen die Weidenruten in den Himmel. Nur ein großer Pflegeaufwand hält die lebenden Bauwerke auf Dauer in Form.

Weidentunnel

Praktischer sind für solche Hütten aus Pfanzenflechtwerk vielleicht Kombinationen aus Holz, Flechtwerk und Pflanzen. Um Kindern die Natur erlebbarer zu machen, wäre es vielleicht sogar sinnvoll Rankpflanzen um solch eine Grundgrüst zu säen und dann im Jahresverlauf all die Wachstumsstadien solch einer Pflanze mitzuerleben. Auch simpler Wein (Tafelwein) könnet so gepflanzt werden, dass der Hausmeister jedes Jahr die Ranken zurückschneidet, welche üppig im Frühjehr treiben und entsprechende Spaliere beranken können.

Einjährige Pflanzen zum säen:

Übrigens: "essbare Blumen" sind ein weiteres Theama, wonach wir uns informieren können. Einige wirkungsvolle ungiftige Zierpflanzen für Kindergärten sind:

  • Sonnenblumen
  • Dahlien
  • Chrysanthemen
  • Stiefmütterchen, Bellis und Begonien
  • und natürlich die Rosen

Quellen/Hinweise

  • http://www.gizbonn.de/284.0.html Liste der  Informationszentrale gegen Vergiftungen, Zentrum für Kinderheilkunde, Universitätsklinikum Bonn; Stand: Februar 2018