Zierkirsche rosa BlütenDie Zweige eignen sich zum Treiben in der Vase
Die Zweige eignen sich zum Treiben in der Vase

Besonders im Vorgarten sollten wieder mehr Blütenkirschen gepflanzt werden. Diese bestechen sowohl durch schöne Blüten, wie auch durch ihr frisches, grünes Laubwerk, welches im Sommer das Auge beruhigt und im Herbst eine bunte Laubfärbung zeigt.

Als Vorzug ist unbedingt noch zu nennen, dass die Gehölze robust und relativ pflegeleicht sind. Die meisten der Ziergehölze wachsen relativ klein und sind deshalb empfehlenswerte Gartenbäume, die gleich doppelt punkten. Zum einen durch ihre Blüte und zum zweiten durch ihre schöne Herbstfärbung. Hinzu kommt, dass die Gehölze im Herbst recht zeitig das Laub abwerfen und so hat man den Garten oder die Grünfläche zeitig winterfest gemacht.

 HerbstlaubZierkirsche Prunus x hillieri 'Spire' mit Herbstlaubfärbung

Die Pflanzen sind nicht giftig und eignen sich für die Pflanzung in Kindergärten und Kindertagesstätten, wie auch auf Spielplätzen. Durch ihre oft breiten schirmartigen Baumkronen sind sie dort besonders gute Schattenspender. Auch an die Verwendung zur Treiberei der Kirschblütenzweige (Barbarazweige) sei erinnert. Dafür eignen sich besonders die halbgefüllten Sorten.

Die Kirschblüte beginnt in unseren Gärten mit zwei weit verbreiteten Sorten der Gattung Prunus: subhirtella 'Autumnalis' und P. sargentii – ihnen folgt die Sorte Prunus x yedoensis. Ein später Blüher ist die hängende Prunus subhirtella 'Pendula' und gemeinsam mit dieser, als Schlusslicht, blüht die heimische, gefüllte Süßkirsche, Prunus avium 'Plena'. Alle Zierkirschen wollen volle Sonne; die Böden dürfen nicht nasskalt sein und etwas Kalk trägt bei allen Kirschen zu gutem Wachstum bei. Eine Ausnahme bilden Traubenkirschen. Sie blühen auch im Schatten und lieben Feuchtigkeit.

Die drei schönsten Zierkirschen

Auf meiner Favoritenliste steht die Bergkirsche ganz oben. Von dieser Form gibt es noch eine besondere Sorte: Prunus sargentii 'Accolade' ist ein kleiner Baum, der nur eine Höhe von etwa 4 Metern erreicht. Das Gehölz ist mit seiner schirmartigen Baumkrone ein idealer Schattenspender an Terrassen, steht am Rande eines Steingartens oder wie hier an einer Treppe. Durch seine geringe Größe ist der hübsche Baum ideal für kleine Gärten.

Prunus sargentii Prunus sargentii im April

Eine japanische Zierkirsche mit von weiß zu rosa wechselnder Blütenfarbe ist die Sorte Prunus serrulata 'Shirofugen'. Es ist ebenfalls ein kleiner Baum, der auch durch Schnitt begrenzt werden kann. Die Zweige eignen sich für die Treiberei und sein Flor erscheint im April vor dem Blatthaustrieb.

Die meisten der Zierkirschen kommen dann in den Flor, wenn wir den Garten ohnehin schon voller Blumen haben. Im Vorfrühling hingegen fehlt es aber oft noch an Farbe. So erfreut uns die Winterkirsche (Prunus subhirtella 'Plena') schon sehr zeitig mit ihrem weiß-zartrosa Flor und manchmal sogar im Spätherbst und im Vorfrühling – also zwei mal. Die Zweige können kurz vor dem Aufgehen geschnitten und für die Vase verwendet werden. Sie ist ein Ziergehölz und eignet sich ebenfalls gut für kleine Gärten.

Japanische Blütenkirschen

Nach Europa kamen die japanischen Arten, die sicher um vieles eindrucksvoller als die heimischen Zierkirschen sind, erst nach 1853 (nach England eventuell schon früher). Hier sind die wichtigsten Formen. Meist handelt es sich bei ihnen nicht um reine Arten, sondern um Hybriden, also Kreuzungen zweier Arten, die mitunter so auch in der Natur vorkommen.

Prunus sargentii
Die Bergkirsche passt von ihrer Größe auch in einen kleinen Garten hinein. Besonders empfehlenswert ist die Sorte 'Accolade'.
Prunus serrulata
Das sind die sogenannten Japanischen Blütenkirschen, welche meist von Ende April bis in den Mai hinein blühen. Die gefüllten Sorten werden Nelkenkirschen genannt. Am häufigsten wird die mittelgroße Sorte 'Kanzan' gepflanzt. Eine kleinere Form mit hängenden Zweigen ist 'Kikiu shidare zakura' und die wohl beste Gartensorte ist 'Shirofugen'. Eine interessante Säulenform bildet 'Amanogawa', die auch in schmale Vorgärten passt.
Prunus subhirtella
Dies sind die Schneekirschen, die man schon zu den Winterblühern zählen kann. Bei milder Witterung blühen sie das erste Mal kurz vor Weihnachten. Der Hauptflor setzt im sehr zeitigen Frühling ein.
Prunus x yedoensis
Japanische Maienkirsche. Sie bringen den Flor für das Japanische Kirschblütenfest (Hanami). Es gibt wunderschöne Sorten (auch Trauerformen), die in Japan zum Teil schon seit tausend Jahren gezüchtet und kultiviert werden. Die Blüten erscheinen bei uns meist Anfang April, vor dem Blattaustrieb, nachdem die ganz zeitigen Arten ihren Glanz verloren haben.

Weitere Arten und Sorten

Prunus avium 'Plena'
Die Süßkirsche – Die Ziersorte der heimischen Art.
Prunus fruticosa 'Globosa'
Ein Kugelbaum dessen Krone relativ klein bleibt (max. 2 bis 3 m Durchmesser im Alter).
Prunus padus
Die Traubenkirsche – Diese heimische Art verträgt Nässe und Schatten, für Gärten gibt es brauchbare Sorten.
Prunus tomentosa
Die Koreakirsche – Eher etwas für botanische Sammlungen; ein kleiner Strauch mit sehr zeitigem Flor.
Prunus triloba
Das Mandelbäumchen – Ein sehr beliebtes Ziergehölz als kleiner Strauch oder veredelt als Bäumchen, welches reich blüht und dessen Zweige für die Treiberei verwendet werden können.

Blütenschnee

Blütenschnee: in Japan ist er Kult. Wenn du diesen Effekt erzielen willst, dann solltest du dich im Garten auf mehrere Bäume einer Sorte beschränken.

Wildtriebe

Viele der Blütenkirschen werden auf Hochstamm veredelt. Hier kann es nun passieren, dass an der Veredlungsstelle die Unterlage (Wildkirsche) durchtreibt. Schon früh sollte darauf geachtet werden, denn dann kann man den Trieb noch wegschneiden. Hier ist es fast schon zu spät. Der Wildtrieb verdrängt die Hängekirsche der Sorte 'Kikiu shidare zakura'.

durchgetriebene Veredlung an einer Kirsche"Durchgetriebene Veredlung" - der Baum sollte eigentlich rosa blühen und hängende Zweige haben.

Erstes Bild oben © Hans - Pixabay.com